betreutes wohnen für menschen
mit seelischen behinderungen

Wenn Menschen von einer seelischen Behinderung bedroht sind oder psychisch erkrankt sind, kann das Leben aus dem Gleichgewicht geraten. Wenn ein selbständiges Leben dann nicht mehr möglich ist, können unsere Fachkräfte vom Betreuten Einzelwohnen helfen. Die Menschen werden in der Regel zu Hause aufgesucht.

Voraussetzung für die Aufnahme in das Betreute Wohnen ist ein fachärztliches Attest, in aus dem die Diagnose hervorgeht. Zu den Krankheitsbildern gehören:

____Schizophrenie

Die schizophrenen Störungen sind im allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln können. Die wichtigsten psychopathologischen Phänomene sind Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Wahnwahrnehmung, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn oder das Gefühl des Gemachten, Stimmen, die in der dritten Person den Patienten kommentieren oder über ihn sprechen, Denkstörungen und Negativsymptome.

(Quelle: ICD-10-GM Version 2012, F20.-F20.9: Schizophrenie)

____Schizoaffektive Störungen

Episodische Störungen, bei denen sowohl affektive als auch schizophrene Symptome auftreten, aber die weder die Kriterien für Schizophrenie noch für eine depressive oder manische Episode erfüllen.

(Quelle: ICD-10-GM Version 2012, F25.-F25.9: Schizoaffektive Störungen)

____Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

Persönlichkeitsstörungen sind tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Sie verkörpern gegenüber der Mehrheit der betreffenden Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen zu anderen. Solche Verhaltensmuster sind meistens stabil und beziehen sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen. Häufig gehen sie mit einem unterschiedlichen Ausmaß persönlichen Leidens und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit einher.

(Quelle: ICD-10-GM Version 2012, F60-F69: Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen)

____Depressionen und depressive Zustände

Bei den typischen (...) Episoden leidet der betroffene Patient unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt.
Wiederholen sich die depressiven Episoden spricht man von einer rezidivierenden depressiven Störung.

(Quelle: ICD-10-GM Version 2012, F32: Depressive Episode, F33: Rezidivierende depressive Störung )

____Bipolare Störungen, Manie und Zyklothymia

Hierbei handelt es sich um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Diese Störung besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Hypomanie oder Manie), dann wieder in einer Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression).
Ist keine Periode ausreichend schwer und anhaltend genug, um die Kriterien für eine bipolare affektive Störung oder rezidivierende depressive Störung zu erfüllen, spricht man von einer Zyklothymia.

(Quelle: ICD-10-GM Version 2012, F30: Manische Episode, F31: Bipolare affektive Störung, F34: Zyklothymia)

____Ängste, Panikattacken und Phobien

Eine Gruppe von Störungen, bei der Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich ungefährliche Situationen hervorgerufen wird. In der Folge werden diese Situationen typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen. Die Befürchtungen des Patienten können sich auf Einzelsymptome wie Herzklopfen oder Schwächegefühl beziehen, häufig gemeinsam mit sekundären Ängsten vor dem Sterben, Kontrollverlust oder dem Gefühl, wahnsinnig zu werden. Allein die Vorstellung, dass die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon Erwartungsangst.

(Quelle: ICD-10-GM Version 2012, F40-F48: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen)

____Magersucht, Bulimie und andere Essstörungen

Absichtlich selbst herbeigeführter oder aufrechterhaltener Gewichtsverlust. Am häufigsten ist die Störung bei heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen; heranwachsende Jungen und junge Männer, Kinder vor der Pubertät und Frauen bis zur Menopause können ebenfalls betroffen sein. Die Krankheit ist mit einer spezifischen Psychopathologie verbunden, wobei die Angst vor einem dicken Körper und einer schlaffen Körperform als eine tiefverwurzelte überwertige Idee besteht und die Betroffenen eine sehr niedrige Gewichtsschwelle für sich selbst festlegen. Es liegt meist Unterernährung unterschiedlichen Schweregrades vor (...).

(Quelle: ICD-10-GM Version 2012, F50: Essstörungen)

____PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung)

Diese entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. [...] Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Alpträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten.

(Quelle: ICD-10-GM Version 2012, F43.1: Posttraumatische Belastungsstörung)

____Burnout

Das sogennante Burn-out Syndrom (ausgebrannt sein) ist gekennzeichnet durch körperliche oder psychische Belastung, ein Mangel an Entspannung oder Freizeit, soziale Rollenkonflikte,
Stress, unzulängliche soziale Fähigkeiten und dem Zustand der totalen Erschöpfung.

(Quelle: ICD-10-GM Version 2012, Z73: Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung)

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