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Tierischer Nachmittag im Hirschgarten

11.04.2018

Einen kleinen Ausbruch aus dem städtischen Alltag bat der tierische Ausflug in den Hirschgarten. Gemeinsam mit den Hunden Finn und Nele wurde die Umgebung erkundet und die Hirsche neugierig beobachtet. Es konnten hier einige sonnige und gesellige Stunden verbracht werden.

Ein kleiner Bericht über meine Betreuerin Frau Christina Hanich (Diplom Pädagogin) und ihre Auszubildende Emmi (Schildkröte)

Aufgrund meines sich verschlechternden Gesundheitszustandes entwickelte sich vor ca. 4 Jahren die Notwendigkeit des Betreuten Einzelwohnens. Auf diesem Wege wurde mir feid+kollegen gmbh empfohlen. So lernte ich Mitte Januar 2012 Frau Christina Hanich kennen. Trotz des großen Altersunterschiedes, mehr als 30 Jahre, entwickelte sich rasch eine sehr gute Beziehung, geprägt von gegenseitigem Vertrauen und großer Sympathie.
Frau Hanich hat die Gabe, mir jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Sie erfüllt alle meine Wünsche sehr liebevoll und mit großer Freude. Auch hilft mir Frau Hanich bei meiner Korrespondenz mit Ämtern und Behörden, wobei sie durch eine unnachahmliche Wortgewandtheit glänzt.
Nicht zuletzt möchte ich natürlich unsere langen Gespräche erwähnen, in denen Frau Hanich große Kompetenz beweist. Immer wieder erwähnte sie, dass sie so gerne eine Schildkröte hätte. Ende August 2013 erzählte sie mir dann freudestrahlend, dass sie eine gekauft habe. Sie nannte sie Emmi.
Zu unserem nächsten Treffen kam sie bewaffnet mit einem Transportköfferchen und setzte mir ein anrührendes, winzig kleines Schildkrötchen auf den Tisch. Ich hatte einen großen Kartondeckel aufgestellt, in dem sie neugierig von einer Seite auf die nächste lief. Besonders gründlich untersuchte sie die Ecken und versuchte sich, einzugraben. Auch schien sie an dem brennenden Teelicht unter der Teekanne großen Gefallen zu finden. Sie lief immer wieder hin und betrachte es genau. Dann kam der große Moment, indem ich Emmi halten durfte. Frau Hanich setzte sie mir auf die Hand und sie bedeckte gerade mal den Handteller. Einerseits war es eine große Freude und ein berührendes Gefühl, so ein winziges Stück Leben auf der Hand zu spüren, andererseits hatte ich natürlich Angst, dieses kleine Wesen zu verletzen oder dass es herunterfiele. Diese Angst verging im Laufe der Zeit und Emmi entwickelte Vertrauen zu mir. Ihr Köpfchen dürfte ich zwar noch nicht streicheln, es wurde sofort eingezogen.
Ich bilde immer aus beiden Händen eine Kuhle, so dass sie da sicher war und nicht mehr herunterfallen konnte. Ich habe immer viel mit ihr geredet. Da ich eine tiefe Stimme habe, schien ihr das besonders gut zu gefallen. Jedenfalls sah sie mich mit großen Kulleraugen an. Emmi hat ein beruhigendes Wesen, was sich auch auf mich überträgt. Das bedeutet mir viel, da ich unter anderem auch Angstpatientin bin.

Inzwischen ist Emmi 3 Jahre alt und auch ein ganzes Stück gewachsen. Wir sind uns beide sehr vertraut. Sie kennt meine Stimme und meinen Geruch. Ich darf jetzt sogar ihr Köpfchen streicheln. Nur in meinen Händen mag sie nicht mehr so gerne sitzen. Ich denke, das ist ihr zu eng geworden. Ich setzte sie jetzt auf meinen Bauch und sie krabbelt hocherfreut an mir hoch. Dann kuschelt sie sich zwischen Schlüsselbein und Hals ein und hält ein Nickerchen. Das ist so ein entzückendes und liebes Gefühl, dieses Vertrauen zu spüren, so dass ich durch die Ruhe, die davon ausgeht, oft fast selber einschlafe. Wenn sie aufwacht, krabbelt sie weiter um meinen Hals herum, wo wir sie dann zwischen meinen Haaren wieder herauslösen müssen.

Den ganz großen Erfolg haben Frau Hanich und Emmi allerdings in diesem Frühjahr erzielt. Ich bin Künstlerin und habe viele Jahre unter einer Malblockade gelitten. Das war sehr belastend, da mir Malen alles bedeutet. Die wenigen Versuche musste ich erfolglos abbrechen, da meine Hand bereits beim Anfassen des Pinsels zu zittern begann und mein Bezug und die große Liebe zu Farben waren völlig gestört. Als ich damals Frau Hanich fragte, was sie sich denn von mir zum Geburtstag wünsche, sagte sie, sie hätte einen Herzenswunsch. Sie hätte so gerne ein gemaltes Bild von Emmi. Zuerst wurde ich fast panisch und der Gedanke „ich kann das nicht“ füllte meinen ganzen Kopf aus. Dann jedoch dachte ich, wenn jemand es verdienst hätte, eines meiner Bilder geschenkt zu bekommen, dann die liebe Frau Hanich. Außerdem hatte ich gleich eine Idee, wie es aussehen sollte, im Kopf. Und dass Emmi das Modell sein sollte, erleichterte die Sache ungemein. Das große Vertrauen, das mir dieses kleine Wesen entgegenbrachte, sollte wenigstens ein Versuch wert sein. Und etwas Anderes hätte ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht zugetraut, zu malen.
Also räumte ich in der ersten Nacht meinen Schreibtisch auf und legte die Farben bereit. In der nächsten Nacht skizzierte ich mit Bleistift alles vor. Danach war ich total erschöpft, aber ich hatte nicht gezittert! Dann kam der alles entscheidende Moment, die Farben! Ich tauchte den Pinsel ins Wasser, färbte ihn ein und berührte vorsichtig das Papier. Kein Zittern, keine Angst, der Bann war gebrochen. Zuerst wollte ich das Schwierigste malen, das Köpfchen. Sollte ich das nicht hinkriegen, wollte ich das Vorhaben lassen. Ich wurde immer mutiger und das Köpfchen wurde gut. Es war nicht einfach gewesen, das Gesicht hinzukriegen und den typischen Blick ins Auge zu legen. Und man sollte ja auch sehen, dass es Emmi war und nicht irgendeine Schildkröte. Danach malte ich weiter, wann immer ich Lust hatte. Ich hatte viel Zeit, da es bis zum Geburtstag noch viele Wochen waren. Manchmal waren es nur zwei Pinselstriche, dann wieder malte ich 3 Stunden. Der Rausch, den ich früher immer beim Arbeiten mit Farben gehabt hatte, stellte sich auch diesmal wieder ein. Ein Glücksgefühl.
Jedenfalls glaube ich, mit Stolz behaupten zu dürfen, dass mir das Bild gelungen ist. Frau Hanich schien jedenfalls selig zu sein.
Inzwischen bin ich beim dritten Bild und hoffe, dass es immer so weiter geht.

Dies war die Geschichte von Frau Christina Hanich, Diplom Pädagogin, der Therapiekröte Emmi und mir


Y. S.
Diplom
Designerin

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